Sie setzen dabei auf das, was sie können - die Technikanwendung. Das Problem ist unter den "FAQs" bereits schon angesprochen worden: Die meisten Trainer sind keine Pädagogen und haben somit weder die Fähigkeit, auf pädagogisches Wissen im Bezug auf Kinder zurückzugreifen, noch die Möglichkeit, die Welt der Kinder fachmännisch zu betrachten und zu begreifen. Sie sehen die Welt einzig und allein durch die Brille ihres schwarzen Gürtels, die ihre Fähigkeiten und Erfahrungen spiegelt und diese zum Maßstab ihrer präventiven Arbeit mit Kindern macht. Genauso werden in den Vereinen und Schulen auch die Lehrgänge und Seminare für Kinder verkauft, nämlich in der Anpreisung der Fähig- und Fertigkeiten des Trainers als Kampfsportler.
Die Welt der Misshandlungen und des Missbrauchs von Kindern lässt sich aber nur in den wenigsten Fällen mit dem Erlernen von Verteidigungstechniken adäquat abhandeln. Vielmehr ist es Realität, das Kinder von ihren Eltern oder nahen Verwandten bzw. Bekannten Misshandelt werden, auch werden Kinder viel weniger von dem anonymen "schwarzen Mann" gekidnappt und vergewaltigt. Gerade wenn es um erwachsene Täter geht, sollte man eine entscheidende Frage realisieren: Wie elementar lässt sich die Schlag- bzw. Trittkraft eines Kindes durch einen Lehrgang bzw. durch ein Seminar vergrößern, sodass es einen erwachsenen Täter davon abhalten könnte, ein Kind z. B. zu entführen?
Wer glaubt im ernst daran, dass ein Kind einen Erwachsenen nur durch die Anwendung von Tritten und Schlägen ernsthaft gefährden kann? Außerdem wird häufig vergessen bzw. verdrängt, dass dieser "schwarze Mann" nicht planlos agiert. Die meisten Täter wissen, wie sie Kinder täuschen müssen und lassen eine direkte Konfrontation erst zu, wenn die Situation für sie sicher ist. Bedeutet: Kinder haben i. d. R. gegen einen erwachsenen Täter keine Chance, da erwachsene Menschen Kindern prinzipiell in den überwiegensten Belangen überlegen sind (Physis, Psyche, Erfahrung, etc.). Wenn ein Kind merkt, dass es in die Falle gegangen ist, ist es i. d. R. schon zu spät. Präventive Arbeit mit Kindern muss also nicht unbedingt gleich etwas mit Kampfkunst zu tun haben. Die Botschaft ist: nicht auf eine einzelne, zeitlich limitierte Maßnahme hoffen, sondern auf die andauernde Verflechtung verschiedener Methoden und Institutionen hinarbeiten. Prävention bedeutet vorbeugend tätig zu werden. Die zu erlernenden, präventiven Methoden sollten daher auf das Lebensfeld von Kindern abgestimmt sein und zu mehr Bewusstsein für Gefahren führen.
Die Regel ist: Kampftechniken haben keinen präventiven Charakter sondern werden kurativ eingesetzt, also dann, wenn andere präventive Möglichkeiten - warum auch immer - versagt haben. Erst dann kommt es zum körperlichen Kampf zwischen Mann und Kind, wobei sich ein Kind sicherlich auch mit Tritten und Schlägen wehren kann, es i. d. R. aber zumeist keine rettende Wirkung hat. Immer daran denken: Selbstbewusste Kinder kommen besser durchs Leben, was bedeutet, dass die gesamte Erziehung des Kindes (einschl. des familiären Umfeldes) einen wesentlichen Einfluss auf den Gefährdungsgrad eines Kindes hat. Außerdem ist es nicht damit abgetan, dass ein Kind "NEIN" sagen lernt. Entscheidend ist, dass es dieses "NEIN" auch richtig anwendet, also z. B. nicht gegen Erziehungsmaßnahmen der Eltern. Diese Unterschiede müssen unbedingt - vor allem für das Kind - bei einer präventiven Maßnahme nachvollziehbar erklärt werden!
Im Folgenden ist ein Brainstorming über mögliche Interventionen abgebildet, die sowohl von den Kindern als auch von deren Eltern abgefordert werden können. Überlegen Sie sich, welche Punkte Sie nachvollziehen können, welche Punkte für Sie wichtig wären und welche Punkte für Sie nicht in Frage kämen:
| Präventivschulung für Kinder | ||
| Aufgaben für die Kinder | Aufgaben beider Parteien | Aufgaben der Eltern |
Zuverlässigkeit
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Immer wieder Üben:
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Sich intensiver für das Umfeld des Kindes interessieren:
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Erstellen eines Schulwegplanes:
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Auf- und Ausbau von Netzwerken
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Persönlicher Kontakt mit Lehrern, um Entwicklungen mitzubekommen:
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Erstellen eines Freundeplanes:
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Wenn das Kind das Haus verlässte, müssen Absprachen getroffen werden:
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Unbedingt Kontrollen des Fernsehverhaltens
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Erstellen eines Eltern-Freunde-Planes
Beschreibung von:
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Erhöhung der Konfliktfähigkeit:
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Sonstiges:
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Beschreibung von:
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